Kann ein Sattelpad bei Rückenproblemen (Reiter) helfen? Ein Erfahrungsbericht.

Ich bin eine 50jährige Dressurreiterin, die an Denegeration der Wirbelsäule, Skoliose und mittelschwerer Arthrose leidet. Ich habe diese Rückenprobleme schon seit langer Zeit und als mein erstes Dressurpferd in den Ruhestand ging, entschied ich mich für einen Andalusier, da diese Rasse für ihre weichen Gangarten bekannt ist. Trotz meiner Bemühungen meine Schmerzen zu managen, wurden sie in diesem Herbst so schlimm, dass ich befürchtete das Reiten aufgeben zu müssen. Aber bevor ich diesen drastischen Schritt machte, wollte ich mich auf die Suche nach einem Sattelpad machen, welches vielleicht doch noch helfen könnte, den Impakt beim Reiten zu minimieren.

Als Reiter steht das Wohlbefinden meines Pferdes an erster Stelle. Zum Ende der letzten Turniersaison bekam mein Pferd eine ausgiebige Massage und einen Besuch vom Chiropraktiker. Beide Therapeuten bestätigten, dass mein Pferd keinerlei Probleme im Rücken zeigt. Mit dieser Bescheinigung konnte ich mich dann völlig auf die Suche nach einem Sattelpad fokussieren.

Da mein Sattel meinem Pferd angepasst ist, schlossen sich automatisch alle dickeren Pads (wie z.B. Schaffell, Memoryschaumstoff, Gel, etc.) von der Suche aus. Das erste Sattelpad dass ich ausprobierte, war das Toklat Matrix Impact Pro Pad. Ich hatte dieses Pad vor einigen Jahren für mein vorheriges Pferd gekauft, da es Rückenprobleme hatte. Es ist damals dann unter dem Matrix Pad sehr gut gegangen und daher dachte ich, es könnte jetzt auch für mich funktionieren. Ich habe das Matrix Pad über mehrere Tage getestet:

Am ersten Tag hatte ich das Pad die gesamte Zeit unter dem Sattel, und ritt eine normale Trainingseinheit mit Schritt, Trab und Galopp. Ich bemerkte keine Verbesserung für meine Rücken oder in dem Bewegungsablauf meines Pferdes.

Am zweiten Tag benutze ich das Matrix Pad im ersten Teil der Trainingseinheit und ritt den zweiten Teil ohne. Dies habe ich auch am dritten Tag getan, allerdings in umgekehrter Reihenfolge. Leider konnte ich keinerlei Veränderung mit dem Matrix Pad spüren. Ich rief den Hersteller an und fragte, ob vielleicht das Extreme-Pro Impact Pad besser für mich wäre. Der Kundendienst teilte mir mit, dass das Pad nur für den Schutz des Pferdes designed wurde, und nicht für den Reiter. Hier muss ich dem Hersteller Recht geben.

Als nächstes wurde das Thinline Ultra Basic Pad mit der selben Verfahrensweise wie beim Matrix Pad ausprobiert. Mir und meinem Pferd hat dieses Pad wirklich gefallen, und ich konnte einen Unterschied beim Impakt fühlen. Besonders das Aussitzen war weniger rüttelnd. Dies kann daran liegen, dass es nicht notwendig war, meinen Rücken anzuspannen, um ihn zu schützen. Daher war ich in der Lage, mich den Bewegungen meines Pferdes anzupassen, welches dann auch den Kontakt zu meinem Pferd verbesserte. Außerdem konnte ich bemerken, dass mein Pferd etwas bessere Verlängerungen zeigte. Nun ist das Pad natürlich kein Wundermittel und mein Pferd zeigte auf einmal keine Verlängerungen, welche die Zuschauer in Freudentränen ausbrechen lassen, aber es lieferte eine Verbesserung. Ich hatte das Pad von unserem Stallmanager ausgeliehen und wollte es nicht zurückgeben. Eigentlich war ich bereit meine Suche zu beenden, aber es gab noch einen kleinen Teil von mir, der noch nicht 100% zufrieden war mit dem Schutz den das Pad für meinen Rücken bietete.

Ich beschloss, noch eine letzte Suche nach dem perfekten Sattelpad zu starten und bin auf einen Artikel gestoßen, der die Vorteile des D3O® Materials behandelte. Dies brachte mich dann zu dem Invictus Sattelpad. D3O® ist als Schutzmaterial in verschiedenen Gebieten im Einsatz, wie z.B. Mountain Biking, Motorradschutzkleidung, Wintersport, American Football, Ice Hockey, Handy- und Laptop Schutzhüllen und Militär- und Polizeischutz. (Alle Infos zu D3O® sind auf

der Webseite) Zusammenfassend, D3O® ist ein patentierter Polymer, deren Moleküle frei fließen, sich aber bei Impakt zusammenziehen. So können Einwirkungen über eine große Fläche verteilt werden, obwohl das Pad insgesamt nur 1,5cm dick ist. Was mich neugierig machte, war die Aussage, dass die Kraft, die auf den Körper übertragen wird, deutlich reduziert wird.

Zu allererst möchte ich sagen, dass der Kundendienst bei Invictus überragend war! Mir wurde eine 2-wöchige Probezeit angeboten, um sicherzugehen, dass das Pad für mich das richtige ist. Das ist etwas, was ich mir bei allen therapeutischen Sattelpads wünschen würde. Das Pad wurde in einer schönen Aufbewahrungstasche versandt. Das Pad war anders als ich es erwartet hatte. Das Obermaterial war weich - der Hersteller nennt es ‘Wildlederimitat’, aber es ist nicht die selbe Art von Wildlederimitat, die man von anderen Artikeln kennt. Das Material an der Unterseite des Pads ist rutschfest. Ich hatte erwartet, dass das Pad sich wie ein Gelpad anfühlt, aber so ist es nicht. Meine beste Beschreibung wäre, das es eine etwas beweglichere Version vom Thinline Pad ist - aber immer noch stabil (nicht steif). Insgesamt war es völlig anders als die Toklat und Thinline Pads.

Für meinen Test gab es zusätzlich einen interessanten Umstand, und zwar sehr kaltes Wetter. Ich wohne in Nord Ontario (Kanada) und zusammen mit dem Invictus Pad kam auch der Winter an. Es war noch nicht die absolute Kälte vom tiefen kanadischen Winter, aber Temperaturen waren im Durchschnitt schon frische -7 und -14 Grad Celsius. In meiner Recherche bin ich nur auf eine Kritik an dem Pad gestoßen, und zwar dass es sich bei kaltem Wetter verhärtet. Ich war neugierig wie hart es werden würde und ich habe es bei -12Grad draußen gelassen und sichergestellt, dass es nicht in der Sonne lag. Ich habe alle 5 Minuten gecheckt: Nach den ersten 5 Minuten gab es nur eine sehr leichte Veränderung, nach 10 Minuten war es steif, man konnte es aber immer noch biegen. Nach 20 Minuten hat es sich wie harte Knete angefühlt, man konnte es biegen, aber brauchte etwas mehr Kraft. Es dauerte 50 Minuten, bis es total hart war, dass es nicht mehr gebogen werden konnte.

Auf der Webseite hieß es, dass das Pad durch die Körperwärme des Pferdes wieder in den natürlichen Zustand zurückkehrt. Ich wollte das Risiko aber nicht eingehen, dass das Pad nicht wieder weich wird und entschloss mich, das Pad unter meinen Wintermantel zu stecken und mit meinen Hunden einen Spaziergang zu machen. Ich setzte einen Alarm an meiner Uhr für 5 Minuten und als ich das Pad unter meinem Wintermantel checkte, fühlte es sich schon weicher an. Nach 15 Minuten war es wieder genauso weich, wie es bei mir zuhause war. Das sagt mir, dass die Körperwärme meines Pferdes das Pad von einem extrem steifen Zustand zu einem weichen, beweglichen in ca. 15 Minuten verwandelt.

Ein Bedenken bei dem Invictus Pad war, dass es zu dick für meinen angepassten Sattel sein würde. Ich sprach mit meinem Sattler, der mir sagte, dass es kein Problem sein sollte, da das Pad nur 1,5cm dick ist. Beim Aufsatteln konnte ich dann sehen, dass es die Passform des Sattels nicht veränderte und mein Pferd zeigte keine Anzeichen, dass der Sattel mit dem Pad drücken würde.

Ich muss zugeben, dass ich gegenüber dem Invictus Pad sehr skeptisch war. Mir hatte das Thinline Pad wirklich gefallen und ich dachte nicht, dass das Invictus Pad dessen Leistung übertreffen würde. Mit dem Thinline Pad bemerkte ich eine Absorbierung des Impaktes, aber es war subtil. Von dem Invictus Pad war ich aber sofort völlig begeistert. Ich fühlte einen deutlichen Unterschied, konnte aber den Grund dafür nicht sofort erkennen. Bis ich dann das Pad nach der Hälfte des Rittes herunternahm. Ich war sehr überrascht zu fühlen, wie “laut” sich mein Pferd anfühlte - d.h. ich konnte jede kleine rüttelnde Bewegung fühlen. Mit dem Invictus Pad war ich in der Lage, meinen Rücken zu relaxen und mich frei der Bewegung des Pferdes anzupassen. Ich konnte auch tiefer im Sattel sitzen, was das Aussitzen noch einfacher machte.(Anm. Da das Pad den Pferderücken vor dem Impakt eines unelastischen Sitzes schützt, können sich die Muskeln entspannen und der Pferderücken kann in einer elastischen, positiven Spannung arbeiten. Dies ist dann deutlich angenehmer und einfacher zu sitzen.)  Am Ende der Trainingssession hatte ich dann auch nicht wie gewöhnlich starke Muskelkrämpfe im Rücken.

Ich muss auch erwähnen, dass das Pad währen des Rittes nicht verrutschte.

Meine Suche nach einem Sattelpad ist beendet, mit dem Invictus Pad als klarer Gewinner. Wenn dieses Pad meinen Rücken derart schützen kann, denke ich, dass auch mein Pferd die gleichen Benefits spürt. Das Invictus Pad wird mir helfen, für eine Weile länger Reiten zu können. Ich hoffe, es kann das selbe für dich tun.

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